Das Jubiläumsjahr geht zu Ende
Samstag, 05. Dezember 2009 - Herrsching am Ammersee - WW OG Herrsching
Herrsching. Natürlich zieht die Rotkreuz-Gemeinschaft Herrsching jedes Jahr eine Abschlussbilanz. Natürlich geht es dabei jedes Jahr um harte, ehrenamtlich geleistete Arbeit. Doch 2009 wurde dieser Einsatz von zwei Ereignissen gekrönt, die nicht nur in Herrsching für Aufsehen sorgten: Die Taufe des neuen Rettungsbootes der Wasserwacht „Toni“ sowie die Feier mit dazugehöriger Chronik zum 77-jährigen Bestehen der Rotkreuz-Gemeinschaft Herrsching. „Am Schlossgartenfest, an dem wir die beiden Ereignisse gebührend gefeiert haben, wurde das Ergebnis unserer Arbeit für unsere zahlreichen Helfer und Spender erstmals greifbar“, sagte Konrad Rausch, Vorsitzender der Rotkreuz-Gemeinschaft.
In der aufwändig gestalteten Chronik kann nun jeder Interessierte nachlesen, was die ehrenamtlichen Helfer während ihres Wirkens seit 1932 für die Bevölkerung geleistet haben. Die Abteilung Wasserwacht kann dagegen in Gestalt des neuen Bootes eindrucksvoll präsentieren, wie viele Gedanken sie sich macht, um den Wassersport auf dem Ammersee sicherer zu machen. Dabei kann sie auf die Unterstützung der Gemeinde Herrsching zählen, was jedoch in Zukunft etwas schwieriger werden dürfte, wie Bürgermeister Christian Schiller in seiner Rede einräumte. „Die wenig erfreuliche wirtschaftliche Gesamtsituation geht auch an Herrsching nicht spurlos vorüber“, sagte Schiller, der nach wie vor selbst aktives Mitglied der Wasserwacht ist.
Zu Einsätzen kann er jedoch immer seltener ausrücken, wie er zugeben muss, doch dafür sieht man ihn noch immer überraschend häufig in roter Einsatzjacke in Not geratenen Mitmenschen helfen. „Ohne unsere engagierten Mitglieder wäre es nicht möglich, eine derart umfassende Absicherung zu bieten, wie wir es können, “ berichtet Stefan Schiller, Technischer Leiter der Wasserwacht Herrsching. Einige Mitglieder investierten mehr als 500 Stunden ihrer Freizeit für die Abteilungen Wasserwacht und Bereitschaft, andere nehmen lange Anfahrtswege in Kauf, um in Herrsching Dienst zu leisten. Insgesamt kamen so über 12400 Arbeitsstunden zusammen, was einem Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Darüber hinaus hat sich 2009 der Ausbildungsstand der Gemeinschaft weiter verbessert – das gilt auch für 2010.
Daneben sieht sich die tatkräftige Gemeinschaft mit neuen Aufgaben konfrontiert, die es zu lösen gilt. Derzeit wird beispielsweise an der Umsetzung eines neuen Konzepts für den Betreuungsdienst im Landkreis gearbeitet. Dabei geht uns um die Versorgung und Verpflegung von Personen bei großen Veranstaltungen wie dem Landkreislauf und bei Großschadensereignissen wie Unfällen auf der nahe gelegenen Autobahn. „Hier übernehmen wir künftig zusammen mit den anderen Bereitschaften eine wichtige Funktion“, sagt Dominik Lemm, Taktischer Leiter der Bereitschaft Herrsching.
Die Abteilung Wasserwacht befasst sich unterdessen damit, das große Rettungsboot ganzjährig einsatzbereit zu halten. Bislang scheitert das an einem wettergeschützten Liegeplatz. Von diesem Tatendrang erhoffen sich die Helfer ebenfalls, dass er auf die Jugendlichen Retter motivierend wirkt, damit diese künftig selbst aktiv in das Geschehen eingreifen. „Wir sind sehr stolz auf unsere große Jugendgruppe. Doch die meisten sind noch zu jung, um den Erwachsenen im Einsatz zur Hand zu gehen. Bis sie soweit sind, müssen wir eben attraktiver sein als Fernsehen und Computer“, erklärt Jugendleiterin Kerstin Kunz. Oftmals reicht da schon eine Fahrt mit dem neuen Boot, für das die Gemeinschaft lange gekämpft, geplant gearbeitet hat. Das wird sie auch 2010 für ihre Projekte und Mitmenschen tun – natürlich.