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Arbeitsreicher Feiertag für die Wasserwacht

Herrsching. Für die Diensthabenden Helfer der Wasserwacht Herrsching verlief Fronleichnam nicht sehr erholsam. Das trockene Wetter und der kräftige Wind lockte zahlreiche Kiter, Windsurfer und Segler auf den Ammersee, was im Verlauf des Feiertages immer wieder zu Einsätzen für die Wasserwacht führte. „Ab Mittag haben wir sogar unser zweites Boot in Betrieb genommen“, sagt Stefan Schiller, Technischer Leiter der Wasserwacht. Insgesamt 18 Personen waren auf die Hilfe der Retter angewiesen – vier Kiter, zwölf Windsurfer und die Besatzung einer Jolle. Dabei musste die Wasserwacht überwiegend technische Unterstützung leisten, ernsthaft verletzt wurde niemand.

Auch der Kiter, dessen Schirm direkt auf die „Petra“ - das Rettungsboot der Wasserwacht - fiel, kam mit dem Schrecken davon. Dem Wassersportler war das Brett gebrochen, worauf der Schirm außer Kontrolle geriet. An Bord der Petra wurde ebenfalls keines der Besatzungsmitglieder verletzt. Allerdings musste die zweite Mannschaft mit der VWI, dem kleineren Rettungsboot, angefordert werden, um den Kite-Schirm von der Petra zu entfernen. „Die zahlreichen dünnen Leinen hatten sich unter anderem um die Antenne und die Positionslichter gewickelt“, berichtet Schiller. Derselbe Wassersportler benötigte gegen 19.30 Uhr erneut die Hilfe der Wasserwacht, da er über sein Ersatz-Sportgerät die Kontrolle verlor. Wiederum war keine medizinische Hilfe notwendig.

Dass ein und dieselbe Person mehrmals von der Wasserwacht geborgen ist, kommt häufiger vor. „Manchmal fühlt man sich wie im Film ‚Täglich grüßt das Murmeltier’“, scherzt Schiller. Dabei ist es für die Helfer eher frustrierend, dass diese Einsätze der Wasserwacht kein Geld einbringen – es sei denn, die Geretteten spenden, was leider nicht selbstverständlich ist.

Dennoch hat sich die Wasserwacht entschieden, in Herrsching eine zweite Station in Betrieb zu nehmen. Künftig können auch die Badegäste im Bereich des Gemeindestegs auf noch schnellere Hilfe zählen, da die so genannte „kleine Hütte“ ab sofort wieder geöffnet ist. An Wochenenden und Feiertagen sorgen je zwei erwachsene und jugendliche Mitglieder für Erste Hilfe. Bei Bedarf können die Retter von der Station am Mühlfeld nachgefordert werden. „Damit wollen wir vor allem unsere Jugendmitglieder motivieren und sie auf ihre späteren Aufgaben vorbereiten“, erklärt Jugendleiterin Kerstin Kunz. Es gilt, die Jugendlichen langfristig für die ehrenamtliche Arbeit zu begeistern, damit auch künftig allen in Not geratenen Wassersportlern geholfen werden kann – auch mehrmals am Tag.