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BRK bewegt sich im Grenzbereich

Mitglieder der BRK Gemeinschaft Herrsching der BRK Ortsgruppe
Weilheim üben Fahrmanöver mit Blauchlichtfahrzeugen –
Lehrreicher Tag im Fahrsicherheitszentrum des ADAC in Augsburg.
Scheinbar unkontrolliert schliddert der silberne Minivan über den Asphalt und rauscht mit erheblicher Restgeschwindigkeit
in das Hindernis. Doch das Hindernis rauscht ebenfalls - es ist nur eine Wasserfontäne. Auf dem Fahrsicherheitsgelände des ADAC
in Augsburg kann eigentlich nichts passieren. Den Mitgliedern der BRK Gemeinschaft Herrsching und ihrem Kollegen der BRK Ortsgruppe Weilheim ist an diesem Tag auch nichts zugestoßen – obwohl zu Beginn des Lehrgangs die Vorbehalte groß waren. „Im Vergleich zum einem eigenen, kleinen Auto fährt sich unser großer
Mannschaftstransportwagen wie eine Dschunke,“ sagt Stefan Schiller, Bootsführer bei der Wasserwacht Herrsching. Auch sein
Weilheimer Kollege Markus Schmidt hat das Dienstfahrzeug seiner Ortsgruppe noch nicht im Grenzbereich bewegt. „Ich weiß zum
Beispiel nicht, wie sich der Bus verhält, wenn ich stark in eine Kurve hineinbremsen muss“.
Die ehrenamtlichen Helfer können immer wieder in brenzlige Situationen kommen, da sie nicht selten zügig zu einem Einsatz
müssen. Das Fahren mit Blaulicht und Martinhorn sorgen zudem für Stress, da nur die wenigsten Verkehrsteilnehmer richtig
reagieren. Daher erklärten sich diejenigen Lebensretter zu der Fortbildung der besonderen Art bereit, die besonders häufig mit den Dienstfahrzeugen des Roten Kreuzes unterwegs sind. So stand einen Nachmittag bis in den späten Abend hinein von der
korrekten Sitzposition bis hin zur richtigen Reaktion beim plötzlichen Ausbrechen des Fahrzeughecks auf der Schleuderplatte auf dem Programm. Selbst vermeintlich banale
Dinge wurden geübt. „Wo sonst bekommt man die Gelegenheit, eine richtige Vollbremsung zu trainieren, ohne dass man sich die
Reifen ruiniert“, berichtet Rudi Stadler, Technischer Leiter der Wasserwacht Herrsching. Da die Trainingsflächen bewässert sind, lassen sich zum einen leichter instabile Fahrzustände herbeiführen
und zum anderen werden die teuren Reifen geschont.
Zudem kam beim munteren Schleudern im Dreiviertel-Takt und beim beherzten Einfangen ausbrechender Fahrzeughecks auch
Freude auf. „Das hat wirklich Spaß gemacht,“ sagt Kerstin Kunz, Jugendbetreuerin der BRK Gemeinschaft Herrsching, „und nach dem Training habe ich auch deutlich mehr Vertrauen in unseren Mannschaftstransportwagen“. Dominik Lemm, Technischer Leiter der Bereitschaft Herrsching, kann sich sogar vorstellen, das
Training zur Pflichtveranstaltung zu machen. „Eigentlich müsste man das alle zwei Jahre wiederholen, um im Ernstfall richtig zu
reagieren“ - schließlich wünschen sich die Lebensretter auch von der übrigen Bevölkerung, dass sie regelmäßig ihre Erste Hilfe-Kenntnisse auffrischen.