13 neue Einsatzleiter Wasserrettung für den Wasserwacht Bezirksverband Niederbayern Oberpfalz

Am vergangenen Wochenende vom 04.04.2014 bis zum 06.04.2014 fanden sich 13 Wasserwachtler aus dem WW-Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz in Kirchdorf am Inn ein, um dort den Lehrgang zum Einsatzleiter Wasserrettung zu absolvieren. Neben theoretischem Unterricht und praxisbezogenen Übungen mussten sich die Teilnehmer schriftlichen und praktischen Prüfungen stellen.

 

Bereits am Freitag begann für die angehenden Einsatzleiter der Kurs. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der jeder seine Erwartungen an die folgenden Tage nannte, mussten die Teilnehmer ihr in den vorherigen Führungskräfteausbildungen erlangtes Wissen unter Beweis stellen. Der Eingangstest sollte vor allem dem Lehrgangsleiter Hans Nothaft zeigen, welcher Stand des Wissens bei den Wasserwachtlern vorhanden war. Im Anschluss wurden wichtige Grundlagen der vorherigen Module wiederholt. Der Führungskreislauf, mit Lagefeststellung, Planung, Befehlsgabe und Kontrolle sowie weitere Einsatzgrundsätze wurden erneut besprochen und anhand von Beispielen detailliert erklärt. Nach diesem Einsteig wurden die Teilnehmer zu fortgeschrittener Stunde entlassen und die Lehrgangsteilnehmer konnten in gemütlicher Runde den Abend mit Kennenlernen und Gesprächen im Tagungshaus ausklingen lassen.

 

Um 8:00 Uhr begann der nächste Ausbildungstag. Der Referent Michael Paintmayer besprach die wichtigsten Punkte bezüglich Führung bei Schadenslagen im Wasserrettungsdienst. Dieser Unterricht sollte die Teilnehmer auch auf die praktischen Übungen am Nachmittag vorbereiten. Die letzte Stunde vor dem Mittagessen erläuterte Hans Nothaft, auf welche Punkte bei der Vorbereitung einer Großveranstaltung geachtet werden muss. Nicht nur unerwartete Einsätze fallen in das Aufgabengebiet eines Einsatzleiters, auch die Planung und Durchführung der Absicherung bei beispielsweise Musikfestivals an Seen unterliegen seiner Verantwortung.

Gegen 13:00 Uhr fuhren die Teilnehmer des Lehrgangs ans Wasser. Der Waldsee in Kirchdorf – auch Lago genannt- wurde zum Schauplatz verschiedener Übungsszenarien. Die Ortsgruppen Simbach, Prienbach, Eggenfelden, Arnstorf und Postmünster stellten vier Motorrettungsboote und vier Rettungstaucher sowie zahlreiche andere Helfer zur Verfügung, um möglichst realistische Schadenslagen darzustellen. Folgende Fallbeispiele mussten somit von den angehenden Einsatzleitern koordiniert und absolviert werden: ein vermisster Angler, der beim Anschwimmen seines frei treibenden Elektrobootes untergegangen ist; ein gekentertes Schlauchboot mit mehreren Insassen sowie ein Jugendzeltlager, welches aufgrund schlechter Witterungsbedingungen zu evakuieren war.

Die Übungsleiter und Helfer der verschiedenen Ortsgruppen gaben sich alle Mühe, die Fälle so real wie möglich zu gestalten. Alle Lehrgangsteilnehmer meisterten ihre Aufgabe als Einsatzleiter souverän und zufriedenstellend.

Nach einem aufregenden Nachmittag am Waldsee kehrten die Ausbilder und Teilnehmer in das Hotel Inntalhof in Kirchdorf zurück, um dort nach dem Abendessen mit dem Theorieunterricht fortzufahren. Zuerst wurden die Übungen vom Nachmittag nachbesprochen und aufgearbeitet. Im Anschluss erläuterte Hans Nothaft, wie große Übungen für Einsatzkräfte im Wasserrettungsdienst zu planen und durchzuführen sind.

Um 21.30 Uhr ging ein langer aber interessanter Tag zu Ende, die Teilnehmer fachsimpelten noch ein wenig bevor der Tag zu Ende ging.

Der Sonntag begann mit dem Unterricht zum Thema Lagekarten und taktische Zeichen. Diesen führte Florian Wagner durch, eine erfahrene Einsatzkraft des Technischen Hilfswerkes. Die Teilnehmer konnten lernen, wie sie bei größeren Schadenslagen durch das Führen einer Lagekarte und eines Schadenskontos den Überblick behalten können. Der anfängliche Theorieunterricht wurde mit einer praktischen Übung abgeschlossen.

Auch die Zusammenarbeit mit der örtlichen Einsatzleitung und anderen Führungsstäben im Katastrophenfall wurden thematisiert, ebenso wie der Einsatz von Hubschraubern für den Wasserrettungsdienst.

Danach folgte der allseits gefürchtete Abschlusstest. Mehrere theoretische Fragen zu den erlernten Inhalten des Wochenendes wurden gestellt und verlangten den Teilnehmern einiges an Wissen ab.

Nach einem weiteren Planspiel am Modell konnte Hans Nothaft den Lehrgang abschließen.

Er konnte allen Teilnehmern aus den Kreisverbänden Deggendorf, Pfarrkirchen, Dingolfing-Landau, Kelheim und Weiden/Neustadt das Zertifikat zum Einsatzleiter Wasserrettungsdienst – Führen im Einsatz IV überreichen. Hans Nothaft konnte auch die ersten zwei weiblichen Einsatzleiter Wasserrettung im Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz ausbilden.

Nach der Bestellung durch ihre Kreisverbände können die 13 Lehrgangsteilnehmer im Einsatzdienst als ELWRD eingesetzt werden. Zusätzlich zu ihrer Qualifikation als Einsatzleiter können die Führungskräfte auch als Fachberater Wasserrettung eingesetzt werden.

Allem voran gilt es jetzt noch mehr praktische Erfahrungen in Einsätzen und Übungen zu sammeln, um die neu erlernten Inhalte auch optimal einsetzen zu können.

Abschließen bleibt zu sagen, dass der Lehrgang durch das detaillierte Wissen der Ausbilder und die unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmer ein voller Erfolg war.