weitere Informationen

Kontakt:dralle@brk-herrsching.de

Webseite:www.brk-herrsching.de

Wasserwacht übt zielgruppengerecht

Zugegeben, bei einer Rettungsorganisation wie der Wasserwacht über Zielgruppen zu sprechen, mag sarkastisch klingen. Dennoch: Für die Wasserwacht Herrsching zählt nun mal das Bergen von Wassersportlern wie Kitern, Surfern und Seglern zu den Hauptaufgaben, Angler- oder Tauchunfälle passieren dagegen in ihrem Einsatzgebiet eher selten. Also trainierten die ehrenamtlichen Helfer gemeinsam mit ihren Kollegen aus Buch und vom Pilsensee, wie die Katamaran-Seglern und Kitesurfern schnell und effektiv geholfen werden kann. „Es ist ja nicht so, dass jedes unserer Mitglieder selbst Wassersport betreibt. Daher hilft auch die beste Theorie nichts, wir müssen solche Einsätze praktisch üben – und das ist aufwändig“, erklärt Stefan Schiller, Technischer Leiter der Wasserwacht Herrsching.

Schiller selbst hingegen kann durchaus als Segel-Experte bezeichnet werden. Durch entsprechende Kontakte organisierte er einen so genannten Hobie Cat, der von der Firma Kappelmann aus Puchheim zur Verfügung gestellt wurde. Daran übten die Wasserretter einen Tag lang, bis die Abläufe perfekt waren. Doch Schiller relativiert: „Wir hatten gute Wetterbedingungen. Jeder Einsatz stellt sich für uns allerdings anders dar. Daher konzentrieren wir uns auf die Basisabläufe“.

Gleiches gilt für die Kitesurfer, die vor einigen Jahren selbst den Kontakt zur Wasserwacht Herrsching suchten. In der Bucht finden sie häufig optimale Windbedingungen, was zu einem Ansturm von erfahrenen, aber auch unerfahrenen Kitern führte. Damals stieg die Anzahl der Einsätze rapide. „Wir waren sehr froh, dass uns einige engagierte Kiter erklärt haben, wie eine Bergung optimal funktionieren kann. Inzwischen zählt die Vorbereitung auf diese Einsätze zu unserem jährlichen Fortbildungsplan“, sagt Schiller. In diesem Jahr zählte erneut das praktische Üben dazu, wenngleich bei äußerst mäßigem Wetter, bei dem selbst Kiter nicht mehr aufs Wasser gehen. Mittlerweile muss die Wasserwacht übrigens viel seltener zu hilflosen Kitern ausrücken, da die Sportler gegenseitig darauf achten, wer bei welchem Wind fahren sollte – oder besser nicht.

Und, wie so häufig bei solchen recht spektakulären Übungen, gibt es auch kurioses zu berichten. Aufgrund des gekenterten Katamarans setzte ein besorgter Passant einen Notruf ab. Gut, dass es noch Mitmenschen gibt, denen nicht alles gleichgültig ist.