Über 40 Einsätze an einem einzigen Wochenende
Sonntag, 29. Juli 2007 - Herrsching am Ammersee - WW OG Herrsching
Über 40 Einsätze an einem einzigen Wochenende Sturmböen mit Windstärken bis zu acht Beauforts lockten unzählige Wassersportler auf den Ammersee –
Selbstüberschätzung und schlechte Ausrüstung Hauptursache für Einsätze der Wasserwacht Herrsching. Herrsching. An diesem Wochenende waren die Wasserwachten rund um den Ammersee pausenlos im Einsatz. Allein die Wasserwacht Herrsching musste am Samstag und am Sonntag
insgesamt 49 Mal ausrücken. Überwiegend mussten dabei Personen aus Gefahrenlagen gerettet werden, ohne dass eine medizinische Versorgung erforderlich war. So kenterten viele Segelboote und Katamarane, Surfer und Kiter gerieten in Seenot. Grund waren Sturmböen mit Windstärken von bis zu acht
Beauforts, denen die Wassersportler nicht gewachsen waren. Wachleiter Christian Schiller versteht zwar den Reiz der guten Windverhältnissen für Wassersportler, „oft reicht das Können der Segler und Surfer jedoch nicht aus, um die plötzlich auftretenden Böen zu parieren“. Rudi Stadler, Technischer Leiter der Wasserwacht Herrsching ist zudem überrascht, dass trotz des Wetters „die Wassersportler oft noch nicht einmal eine Schwimmweste tragen“.
Am Samstag beispielsweise mussten die beiden Boote der Wasserwacht Herrsching zeitgleich drei Personen bergen, deren Katamaran durch einen Mastbruch manövrierunfähig geworden
war und zwei Wassersportler vor dem Ertrinken retten, deren Jolle gekentert war. „In solchen Fällen ist es zudem wichtig, dass derjenige, der die Rettungsleitstelle informiert, eine möglichst genaue Position der Verunglückten übermittelt“, sagt Schiller. Dies ermögliche eine möglichste schnelle Bergung der in Not geratenen
Personen. Obwohl bereits der Samstag sehr arbeitsreich verlief, waren die Wasserwachten am Sonntag noch mehr gefordert. Die Herrschinger Wasserwacht rückte 38 Mal aus. Auch an diesem Tag verliefen die meisten Einsätze in sofern glimpflich, da keine ernsthaften Verletzungen zu versorgen waren. Lediglich ein Skipper, dessen Katamaran im starken Wind kenterte, erlitt einen Bruch des Handgelenks. Der Wassersportler musste vom Notarzt und dem Team des Rettungswagens versorgt und zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus Seefeld gebracht werden.
Allerdings bedeuten die bei diesen Witterungsverhältnissen häufig auftretenden Erschöpfungszustände aufgrund des starken
Wellengangs erhöhte Ertrinkungsgefahr, was ein sofortiges Eingreifen der Wasserwacht unabdingbar macht. Gegen Nachmittag verschärfte sich die Situation für die Herrschinger Wasserretter dadurch, dass das Rettungsboot Herrsching 99/2 von einem Elektronik-Defekt außer Gefecht gesetzt wurde. Somit musste die Besatzung des Rettungsbootes Herrsching 99/1 – genannt „Petra“ – das hohe Einsatzaufkommen in der Herrschinger Bucht alleine bewältigen.
An derart viele Einsätze an nur einem Wochenende kann sich Wachleiter Schiller in der Vergangenheit nicht erinnern, glaubt
jedoch, dass „aufgrund der immer häufiger auftretenden Stürme die Wasserwacht Herrsching künftig noch häufiger gebraucht wird“.