Starker Wind lockte zahlreiche Wassersportler auf den Ammersee
Samstag, 23. Juni 2007 - Herrsching am Ammersee - WW OG Herrsching
Am Samstag herrschte Hochbetrieb auf dem Ammersee. Auch die Wasserwacht Herrsching war stark gefordert. Alleine 14 in Seenot geratene Wassersportler an einem Tag versetzten die ehrenamtlichen Helfer in Dauereinsatz. Zwar drohten einige Personen durch Erschöpfung oder mangelhafte Ausrüstung ernsthaft in Gefahr zu geraten, verletzt wurde jedoch niemand.
Gegen 10 Uhr wurde die Wasserwacht Herrsching zum ersten Mal alarmiert. Bei einer Yacht war der Mast umgestürzt, das Schiff war daher manövrierunfähig und musste zu einer Boje geschleppt werden.
Um 11.20 Uhr wurden die Helfer zu einem gekenterten Katamaran gerufen. Der Segler konnte aufgrund des Wellengangs das Boot nicht alleine aufstellen. Mit Hilfe der Wasserwacht Herrsching konnte der Katamaran wieder flott gemacht werden.
Ab 13.20 Uhr häuften sich die Notfälle.
Ein Surfer trieb mit Materialschaden erschöpft auf dem Wasser und musste von den Rettungsschwimmern geborgen werden. Nachdem dieser Einsatz beendet war, musste gleich im Anschluss, um 14 Uhr, der nächste Surfer gerettet werden. Auch dieser Wassersportler trieb entkräftet auf dem See. Noch auf der Rückfahrt des Rettungsbootes Herrsching 99/2 kenterte ein Seegelboote aufgrund starken Wellengangs. Die Besatzung wurde ebenfalls von der Wasserwacht Herrsching an Land gebracht.
Um 15.30 Uhr verlor ein Segelboot auf dem See die Ruderanlage und war daher nicht mehr zu steuern. Dem Besitzer gelang es jedoch sein Boot kontrolliert zu stranden. Kurz vor 16 Uhr wurde ein hilfloser Schwimmer in Höhe der Stegwerft gemeldet, der sich allerdings selbst an Land retten konnte.
Nur gut eine Viertelstunde später meldeten Surfer einen vermissten Kameraden, der schon bald von der Wasserwacht ohne Segel auf seinem Brett treibend gefunden und geborgen wurde.
Bis kurz nach 18 Uhr wurden vier weitere Kiter sowie ein Surfer durch die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer an Land gebracht. Die Wassersportler überschätzten ihr Können bei dem starken Windgang und dem aufgewühlten See.
Die Wasserwacht Herrsching bittet daher alle Wassersportler, vor dem Sport das Material auf seine Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Einsatzleiter Stefan Schiller betont zudem, dass "auch wenn der starke Wind noch so verlockend ist, darf nicht vergessen werden, dass der Sport dadurch zum Kraftakt wird und bei mangelnder Kondition schnell Erschöpfungszustände eintreten können".