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Eistauchen am Mainparksee

Übungen in Mainaschaff. „Trotz des anhaltenden Winterwetters bergen die Eisflächen in der Region nach wie vor die Gefahr einzubrechen“ sagt Sven Oster von der Kreiswasserwacht Aschaffenburg. Für eventuelle Notfälle haben sich in der gesamten Region Einsatzkräfte an diesem Wochenende auf eventuelle Notfälle auf den Gewässern vorbereitet.

Am Sonntag übten die Wasserretter der Wasserwacht auf dem Mainaschaffer See den Einsatz auf und unter dem Eis.

Der Tauchereinsatz unter dem Eis ist mit dem Tauchgang auf sommerlichen Badeseen nicht zu vergleichen und birgt auch für die Retter besondere Gefahren, erklärt Oster. Wenn es hier beispielsweise zu Problemen mit dem Tauchgerät kommen sollte, kann der Taucher nicht einfach auftauchen, sondern muss an das Einstiegsloch zurückkommen.
Gesichert von einem Leinenführer stiegen die Männer deshalb am Wochenende in das eisige Wasser.

Bei Außentemperaturen weit unter den Gefrierpunkt und einer eisigen Wassertemperatur sicherlich kein reines Vergnügen. Ein wenig Mut gehört bei dem Tauchgang dazu, auch wenn für Notfälle Rettungstaucher zur Sicherheit bereitstehen.

Ab einer Eisdicke von weniger als acht Zentimeter wird es kritisch, erklärt der Wasserwachtler.
Insbesondere wenn das Tauwetter einsetzt, kann es leicht zu einer Überschätzung der Tragfähigkeit kommen. Und wenn sich dann mehrere Menschen auf wenigen Quadratmetern tummeln, ist die Gefahr, dass die Eisschicht nachgibt besonders groß.

„Wenn sich eine Person unter dem Eis befindet, zählt jede Sekunde“ weiß Sven Oster. „Bei der Wasserrettung arbeiteten alle Hilfsorganisationen eng zusammen“ erklärt er.

Entscheidend für eine erfolgreiche Rettung sei die schnelle Alarmierung. Nicht erst wenn die Person untergegangen, sondern schon dann, wenn sie ins Eis eingebrochen ist, sollte der Notruf gewählt werden.

Wenn eine Person ins Eis eingebrochen ist, sollte sie selbst versuchen, sich wieder auf die Eisplatte zu ziehen. Jedoch sollten die Körperbewegungen auf ein Mindestmaß reduziert werden, um den Wärmeverlust zu minimieren.
Wenn Augenzeugen den Vorfall bemerken, dürfen auf keinen Fall mehr Personen, als unbedingt notwendig, an die Einbruchstelle vorgehen. Man sollte sich auch nicht aufrecht gehend, sondern flach kriechend an den Verunglückten vorarbeiten.

Die Eigensicherung müsse auf jeden Fall beachtet werden. Geeignete Hilfsmittel könnten Leitern, Bretter oder ähnliches sein. Mehrere Helfer können auch eine Rettungskette bilden und sich so gegenseitig sichern.

Foto und Text: Ralf Hettler
Weitere Bilder unter: http://www.main-netz.de/nachrichten/region/aschaffenburg/aschaffenburg-land/land/art3986,1990917