Eistauchen am Mainparksee
Sonntag, 12. Februar 2012 - Mainaschaff - WW OG Mainparksee
Übungen in Mainaschaff. „Trotz des anhaltenden
Winterwetters bergen die Eisflächen in der Region nach wie vor die
Gefahr einzubrechen“ sagt Sven Oster von der Kreiswasserwacht
Aschaffenburg. Für eventuelle Notfälle haben sich in der gesamten Region
Einsatzkräfte an diesem Wochenende auf eventuelle Notfälle auf den
Gewässern vorbereitet.
Am Sonntag übten die Wasserretter der Wasserwacht auf dem Mainaschaffer See den Einsatz auf und unter dem Eis.
Der
Tauchereinsatz unter dem Eis ist mit dem Tauchgang auf sommerlichen
Badeseen nicht zu vergleichen und birgt auch für die Retter besondere
Gefahren, erklärt Oster. Wenn es hier beispielsweise zu Problemen mit
dem Tauchgerät kommen sollte, kann der Taucher nicht einfach auftauchen,
sondern muss an das Einstiegsloch zurückkommen.
Gesichert von einem Leinenführer stiegen die Männer deshalb am Wochenende in das eisige Wasser.
Bei
Außentemperaturen weit unter den Gefrierpunkt und einer eisigen
Wassertemperatur sicherlich kein reines Vergnügen. Ein wenig Mut gehört
bei dem Tauchgang dazu, auch wenn für Notfälle Rettungstaucher zur
Sicherheit bereitstehen.
Ab einer Eisdicke von weniger als acht Zentimeter wird es kritisch, erklärt der Wasserwachtler.
Insbesondere
wenn das Tauwetter einsetzt, kann es leicht zu einer Überschätzung der
Tragfähigkeit kommen. Und wenn sich dann mehrere Menschen auf wenigen
Quadratmetern tummeln, ist die Gefahr, dass die Eisschicht nachgibt
besonders groß.
„Wenn sich eine Person unter dem Eis befindet,
zählt jede Sekunde“ weiß Sven Oster. „Bei der Wasserrettung arbeiteten
alle Hilfsorganisationen eng zusammen“ erklärt er.
Entscheidend
für eine erfolgreiche Rettung sei die schnelle Alarmierung. Nicht erst
wenn die Person untergegangen, sondern schon dann, wenn sie ins Eis
eingebrochen ist, sollte der Notruf gewählt werden.
Wenn eine
Person ins Eis eingebrochen ist, sollte sie selbst versuchen, sich
wieder auf die Eisplatte zu ziehen. Jedoch sollten die Körperbewegungen
auf ein Mindestmaß reduziert werden, um den Wärmeverlust zu minimieren.
Wenn
Augenzeugen den Vorfall bemerken, dürfen auf keinen Fall mehr Personen,
als unbedingt notwendig, an die Einbruchstelle vorgehen. Man sollte
sich auch nicht aufrecht gehend, sondern flach kriechend an den
Verunglückten vorarbeiten.
Die Eigensicherung müsse auf jeden
Fall beachtet werden. Geeignete Hilfsmittel könnten Leitern, Bretter
oder ähnliches sein. Mehrere Helfer können auch eine Rettungskette
bilden und sich so gegenseitig sichern.
Foto und Text: Ralf Hettler
Weitere Bilder unter: http://www.main-netz.de/nachrichten/region/aschaffenburg/aschaffenburg-land/land/art3986,1990917