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Olchinger See: Neptun bringt Geschenke

Anerkennende „Aahs“ von den Erwachsenen und leuchtetende Augen bei den Kleinen gab's als Neptun aus den Fluten des Olchinger Sees auftauchte. Trotz kalter Temperaturen wurde es den Besuchern warm ums Herz und sie freuten sich über die Gaben, die der Meeresgott verteilte.

Die Tüten zu dem frostigen Spektakel, das die Olchinger Wasserwacht zum 36. Mal veranstaltete, hatten die jugendlichen Helfer der Organisation zusammengestellt: Mandarinen, ein paar Nüsse, etwas Schokolade - mehr war nicht drin und doch reichte es für viele herzliche Dankeschön an Neptun.

Den gibt seit gut zehn Jahren Christian Nagel. „Das lässt er sich auch nicht nehmen“, sagt Gerhard Wendler, Vorsitzender der Olchinger Wasserwacht über den erfahrenen Rettungsschwimmer. Neptun ist der einzige, der beim beim Fackelschwimmen einen Trockenanzug trägt. Dieser schützt ihn gut eine dreiviertel Stunde lang gegen das kalte Wasser. Das Geleit des Meeresgottes, 20 Wasserwachtmitglieder aus Olching und Fürstenfeldbruck, halten es in ihren Neoprenanzügen immerhin gut eine halbe Stunde aus. Das reicht, um den Meersgott im leichten Wellengang des Olchinger Sees zu finden und mit seinem in bayerischem weiß und blau gehaltenen Dreizack zum Auftauchen zu bewegen.

Neptun und seine Begleiter dürfen sich auch noch über den irdischen Applaus freuen, als der beleuchtete Christbaum Zentimeter für Zentimeter per Muskelkraft an die Wasseroberfläche glitt. Für das weihnachtliche Licht sorgten eigens für solche Zwecke laminierte Kerzen. Das Geheimnis, wie der Baum unbemerkt im Olchinger See versenkt wird, verriet der örtliche Wasserwachtleiter Wendler: „Den verstecken wir gewissermaßen schon am Vorabend. Da sind wir unbeobachtet.“

Den Tag des Fackelschwimmens selbst hat die Olchinger Wasserwacht gut im Griff. So ein dreiviertelter Tag genüge laut Wendler, um Beleuchtung und Glühwein vorzubereiten. Letzteren gibt es gegen die Kälte. Auch die kleine erklärende Rede, die Wasserwachtmitglied Alexander Böhm vor dem Neptunschwimmen hält, ist dann griffbereit. Daher lobt auch Olchings zweiter Bürgermeister Robert Meier: „Die Wasserwacht legt sich für dieses Ereignis sehr Zeug.“ So wird für sie das Fackelschwimmen zu einem Höhepunkt eines eher ereignisarmen Jahres. Fünf Großeinsätze und 36 Erste-Hilfe-Leistungen fielen in die rund 1700 ehrenamtlichen Stunden der Olchinger Wasserwacht im vergangenen Jahr.


Quelle - www.merkur-online.de / Lokalteil Fürstenfeldbruck