Donau-Adventsschwimmen der Kreiswasserwacht Neu-Ulm
Sonntag, 11. Dezember 2011 - Neu-Ulm - KWW Neu-Ulm
Bereit für den Sprung ins nur fünf Grad kalte Wasser.
Mit Fackeln, einem schwimmenden Weihnachtsbaum, Flossen und Neoprenanzügen ausgestattet, sprangen 19 hart gesottene Taucher und Rettungsschwimmer der Wasserwacht in die nur 5 Grad kalte Donau. Mit dabei waren Schwimmer aus den Ortsgruppen Elchingen, Illertissen und Neu-Ulm. Die Lichter verwandelten das pechschwarze, aufgewühlte Wasser in ein märchenhaftes Lichtermeer.
Lange Zeit sah es aus, als ob die Schwimmstrecke wegen des niedrigen Wasserstands der Donau und der schwachen Strömung verkürzt werden muss. Bei Bedingungen, wie sie noch zu Beginn der letzten Woche herrschten, wäre das Durchschwimmen der Eisenbahnbrücke zu gefährlich gewesen. Der Regen der vergangenen Tage ließ den Pegel dann doch noch auf normales Niveau ansteigen, sodass wie geplant vom Donaubad bis zur Villa Schäfer auf Höhe des Neu-Ulmer Landratsamts geschwommen werden konnte.
„Der Moment nach dem Sprung ins kalte Wasser ist der schlimmste.“ Uwe Henschel, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Neu-Ulm, war selbst schon oft beim Adventsschwimmen dabei. „Jeder Muskel krampft sich zusammen, während das Wasser langsam in jeden Winkel des Neoprenanzugs kriecht.“ Nach kurzer Zeit tut der Kälteschutzanzug seine Wirkung und die Körperwärme hat das Wasser angewärmt.
Neben dem Spaß und der sportlichen Herausforderung ist es eine notwendige Übung für die Wasserretter und Taucher der Wasserwacht. Es ist wichtig zu wissen, wie der Körper in der Extremsituation eines Rettungseinsatzes im Winter reagiert.
Passt sich der Anzug nicht perfekt dem Körper an, etwa weil er zu groß ist, fließt bei jeder Bewegung frisches kaltes Wasser nach. Besonders bei schwacher Strömung ist das fatal. Die Sportler können sich nicht einfach treiben lassen, sondern müssen sich mit Flossen schwimmend stromabwärts vorarbeiten.
„Gerade deswegen ist es
wichtig, dass unsere Wasserretter und Taucher erstklassiges Material zur
Verfügung haben“, erklärt Henschel. Einsätze im Winter stellen besonders hohe
Anforderungen an die Helfer. Im eiskalten Wasser kann ein Taucher mit einem
Nasstauchanzug, wie sie beim Adventsschwimmen getragen werden, nur zehn Minuten
im Einsatz sein. Danach muss er durch einen anderen Taucher ersetzt werden.
Spezielle Trockentauchanzüge mit Vollgesichtsmasken sind eigentlich ein Muss im
Winter, aber die Mittel sind bei den ehrenamtlichen Wasserrettern knapp. Nur
wenige Exemplare konnten bisher mit Hilfe von Spenden beschafft werden.
Mehr Informationen zu sachbezogenen Spenden an die Wasserwacht:
neu-ulm.meinbrk.de/wasserwacht