Wasserwacht Herrsching im Wintermodus
Mittwoch, 16. November 2011 - Herrsching - WW OG Herrsching
Ereignisreicher Saison-Abschluss der Wasserwacht Herrsching –
bestens
gerüstet für die kalte Jahreszeit Herrsching. Ungeachtet des weiterhin
prächtigen Herbstwetters beendete die Wasserwacht Herrsching nun die
Wachsaison. Konkret bedeutet dies, dass die Station im Mühlfeld bis
voraussichtlich Ende April an Wochenenden und Feiertagen nicht mehr
regulär besetzt wird. Zudem wurde das Motorrettungsboot Toni in sein
Winterlager verbracht. „Aufgrund der stetig fallenden Temperaturen muss
Toni aus dem Wasser, da Eis den Rumpf beschädigen könnte,“ erklärt
Stefan Schiller, Technischer Leiter der Wasserwacht Herrsching. Das über
zwei Tonnen schwere Boot aus dem Wasser zu hieven gelingt nicht von
jetzt auf gleich, weshalb die Helfer nicht bis zu einem tatsächlichen
Wintereinbruch warten können. Und um Toni das ganze Jahr über
einsatzklar zu halten, wäre eine Art Garage mit Hebevorrichtung an der
Rettungsstation erforderlich – eine ufernahe Baumaßnahme, mit deren
Genehmigung die Wasserwacht nicht vor Trockenlegung des Ammersees
rechnet.
Und wer sorgt in den kommenden Monaten für die Sicherheit am See? Natürlich weiterhin die Wasserwacht.
Zu
diesem Zweck steht das kleine Rettungsboot VWI zur Verfügung, das
während der Sommerzeit grundlegend überarbeitet wurde. Zusätzlich
schafften die Helfer einen neuen, leichter manövrierbaren Trailer an,
damit das Boot im Einsatzfall schnell zu Wasser gelassen werden kann.
Die Alarmierung der Retter erfolgt nunmehr ausschließlich per Funkmeldeempfänger
über die Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck, die über die
Notrufnummer 112 zu erreichen ist. Auf diese Weise wurden Schiller und
zwei seiner Kollegen zu einem Einsatz gerufen, kurz bevor sie Toni auf’s
Trockene legen wollten. Was war passiert? Ein Motorboot dümpelte
aufgrund eines technischen Defekts manövrierunfähig auf dem See. Die
Wasserwacht nahm den Havaristen in Schlepp und brachte ihn in seinen
Heimathafen Schondorf – bevor die Besatzung eine kalte Nacht auf dem See
verbringen musste.
Für größere Schadensereignisse sind die Helfer
inzwischen nochmals besser gerüstet, nachdem sich fünf von ihnen zu
qualifizierten Wachleitern weiterbilden ließen. Zu den dabei
vermittelten Kenntnissen zählt vor allem die bedarfsgerechte Alarmierung
der Einsatzkräfte. „Zudem finden wir uns jetzt im Bürokratie-Dschungel
etwas besser zurecht, damit wir von den Kostenträgern tatsächlich Geld
für einige unserer Leistungen bekommen,“ sagt Thomas Wuttke, Bootsführer
bei der Wasserwacht Herrsching. So kann weiter in die Ausrüstung und
Qualifikation der ehrenamtlichen Helfer investiert werden, wie
beispielsweise in den geplanten Neubau des altersschwachen Stegs an der
Station im Mühlfeld. Angesichts der aktuell entspannten Wetterlage
rechnet die Wasserwacht jedoch nicht mit einem erhöhten
Einsatzaufkommen.