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Olchinger See: Biotop oder Badegewässer?

„Wenn es ein Erholungsgebiet ist und kein Biotop, dann müssen wir was machen.“ Das forderte Tomas Bauer (CSU) im Finanzausschuss. Das Thema brennt ihm und anderen Räten so auf den Nägeln, dass sie es spontan auf die Tagesordnung setzten. Eigentlich sollte über eine Erneuerung des Betreuungsvertrags mit dem Erholungsflächenverein abgestimmt werden (s. Kasten).

In der Vergangenheit wollten die einen den Badesee aufpeppen, die anderen der Natur den Vorrang lassen. Resultat: Es passierte nichts. Nun ist es fünf vor zwölf. Denn inzwischen bereitet der Wildwuchs den Rettungskräften Schwierigkeiten.

Fritz Botzenhardt (SPD) brachte das Problem zur Sprache. „Zum einen kommt man schlecht hin, zum anderen sieht man nicht gleich, wo die verunglückte Person ist“, sagte Botzenhardt, der gemeinsam mit Feuerwehrkommandant Josef Gigl für die Einsatzplanung zuständig ist. „Und da geht’s um Minuten.“ Das weiß auch Sebastian Saft, technischer Leiter der Wasserwacht. Im Sommer ist eine Person am Uferbereich gestürzt. Die Wasserwacht, die mit dem Boot vom See aus gesucht habe, habe relativ lang gebraucht den Verletzen zu finden. „Denn wir konnten nicht anlegen und die Person konnte ja auch nicht auf sich aufmerksam machen.“ Deshalb sei es dringend nötig den Uferbereich auszulichten.

Bauer forderte auch, die Liegewiesen auf Vordermann zu bringen. Denn diese hätten durch Maulwürfe und Wühlmäuse arg gelitten. Zudem kritisierte er die Verschlammung des Sees. Diese führe seiner Meinung nach zu einer minderen Badequalität. Ins selbe Horn stieß auch sein Fraktionskollege Herbert Roiser: „Manchmal stinkt’s da wie in einer Kläranlage - je nach Wind und Wetter.“ Er führte dies auf das viele Laub zurück, das am Grund verrotte und sich schließlich am Ufer sammle. Er forderte die Verwaltung auf, die Kosten für eine Ausbaggerung des Sees zu prüfen.

Ob dies jedoch jemals gemacht wird, bezweifelt Eduard Pöhlmann, der für den See zuständige Mitarbeiter im Rathaus. Denn die Kosten, die der Erholungsflächenverein als Grundstückseigentümer zu tragen hätte, wären sehr hoch. Fest steht jedoch, dass die Stadt das Gestrüpp noch vor dem Winter zurückstutzen möchte. „Der Wildwuchs muss weg, der Unterbewuchs muss ausgelichtet werden.“ Denn mittlerweile seien sogar schon Abfalleimer eingewachsen und Badezugänge zugewuchert.

Aber nicht nur aus Sicherheitsgründen soll der Wildwuchs entfernt werden. Auch für die Belüftung sei es hilfreich, sagte Pöhlmann. So könne der Wind wieder besser über den See fahren und das Wasser umwirbeln. Die großen Bäume am Ufer bleiben aber stehen. Sie produzieren zwar viel Laub, das in den See fällt, aber schließlich spenden sie im Sommer auch Schatten.


Quelle: Merkur Online, 12.11.2011