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Webseite:www.wasserwacht-nordrhein.de

Wenn die Badebekleidung nicht mehr ausreicht...

Gute Arbeit haben die Rettungsschwimmer der DRK Wasserwacht auch in diesem Jahr wieder an Badeseen und in Schwimmbädern in NRW geleistet. Was aber ist mit 226 Rheinkilometern und den übrigen Fließgewässern, die in NRW eine Fläche von rund 50.000 km einnehmen? In Fließgewässern sind in den vergangenen 3 Jahren bundesweit über 500 Personen zu Tode gekommen, weit mehr als an Seen und Teichen im gleichen Zeitraum. Fatalerweise stoßen Rettungsschwimmer aber gerade im Fließgewässer schnell an ihre Grenzen, denn sie besitzen weder eine entsprechende Schutzausrüstung noch das spezielle Wissen, das sie für diesen besonderen Einsatzort qualifiziert.

Aus diesem Grund bildet die DRK-Wasserwacht im Landesverband Nordrhein erstmalig im Zuge eines Pilotlehrgangs 7 Teilnehmer aus den Kreisverbänden Düsseldorf, Rhein-Sieg, Bonn und der Städteregion Aachen in Bornheim zum Wasserretter aus.

Der Lehrgang besteht aus insgesamt 36 Unterrichtseinheiten, die sich über zwei Wochenenden verteilen und zu je 50% aus Theorie und Praxis bestehen. Alle Lehrgangsteilnehmer erhalten darüber hinaus zu Lehrgangsbeginn ihre persönliche Schutzausrüstung in einem Gesamtwert von ca. € 650,--., bestehend aus Neoprenanzug, Wildwasserweste, Helm und speziellen Schuhen. Rund 24 Unterrichtseinheiten lehnen sich an die Ausbildungs- und Prüfungsordnung Wasserretter des DRK-Bundesverbandes an, weitere 12 Unterrichtseinheiten sind der reinen Fließgewässerausbildung gewidmet. Während der praktischen Ausbildung am Eschmarer See, in der Erft sowie am Rhein lernen die Teilnehmer unter anderem die Kräfte von Strömungen zu beherrschen, Fließgeschwindigkeiten einzuschätzen sowie Gefahrenquellen zu erkennen.

Abgerundet werden die Lehrgangsinhalte durch notfallmedizinische Themen, Einsatztaktik und weiterem Wissen, das die angehenden Wasserretter für ihre zukünftigen Einsätze benötigen.
Die Ausbilder Michael Dick, Christoph Lindner und Andreas Hillebrand bringen die Teilnehmer gewollt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit an ihre körperlichen Grenzen, denn nur wer diese kennt und im Fließgewässer richtig einschätzt, kann den lebenswichtigen Eigenschutz beachten. Somit müssen die Teilnehmer neben körperlicher Fitness folgende Grundvoraussetzungen zur Teilnahme erfüllen:
- Abgeschlossene Helfergrundausbildung
- Abgeschlossene Funkausbildung
- Abgeschlossene Sanitätsausbildung
- Aktuelles DRSA Silber (nicht älter als 1 Jahr)

Erschöpft aber zufrieden haben die 7 Teilnehmer des Pilotlehrgangs das erste Wochenende erfolgreich absolviert und bereiten sich auf den 2. Teil sowie die Prüfung, bestehend aus Theorie und Praxis anhand von Fallbeispielen, vor. Im kommenden Jahr müssen alle Wasserretter dann im Zuge einer Pflichtfortbildung beweisen, dass sie weiterhin fit sind und die Lehrgangsinhalte in der Praxis umsetzen können.

Der Landesverband Nordrhein plant darüber hinaus im kommenden Jahr einen weiteren Lehrgang 'Wasserretter'. Die Ausschreibung wird über das Programm der LANO erfolgen.